Laserchirurgie

Laserchirurgie beim Pferd – Präzise Eingriffe ohne Hautschnitt

Was ist Laserchirurgie und wie läuft sie ab?

Die Laserchirurgie ist ein modernes, minimalinvasives Verfahren, das in der Pferdemedizin vor allem bei Erkrankungen der oberen Atemwege sowie in der Tumorchirurgie Anwendung findet. Durch gezielte Laserenergie lassen sich Gewebe punktgenau schneiden, abtragen oder veröden – oft ohne Hautschnitt und mit minimalem Blutverlust.

Ein besonderer Vorteil: Die meisten Eingriffe können im Stehen am sedierten Pferd unter Oberflächenanästhesie und endoskopischer Sichtkontrolle durchgeführt werden. Das macht eine Vollnarkose in vielen Fällen überflüssig und reduziert das Risiko sowie die Erholungszeit erheblich.

Wann ist Laserchirurgie notwendig?

Laserverfahren kommen vor allem bei funktionellen und strukturellen Erkrankungen der oberen Atemwege zum Einsatz. Ziel ist es, Engstellen zu beheben, instabile Gewebestrukturen zu stabilisieren und störende Zubildungen zu entfernen.

Typische Indikationen:

  • Ventriculectomie – Entfernung der Stimmtasche zur Reduktion von Atemgeräuschen
  • Ventriculocordectomie – Entfernung von Stimmtasche und Stimmfalte; verhindert den Einwärtskollaps bei Kehlkopfpfeifern
  • Mediale Verlagerung der Aryepiglottischen Falte – Entfernung der überstehenden Gewebefalte zur Freilegung der Atemwege
  • Schleimhautzubildungen oder Granulome – Entfernung im Kehlkopf-/Rachenbereich
  • DDSP & Billowing – punktuelle Verödung des weichen Gaumens zur Versteifung
  • Epiglottic Entrapment – Entfernung von Gewebe unterhalb der Kehldeckel zur Normalisierung der Epiglottisbewegung
  • Subepiglottische Zysten – Entfernung unter endoskopischer Sichtkontrolle
  • Luftsacktympanie – Fenestration des Luftsackseptums zur Druckregulation
  • Sarkoidentfernung – schonendes Laserverfahren zur Tumorentfernung mit verringerter Rezidivrate
  • [Bildplatzhalter: Eine grafische Übersicht der Atemwegserkrankungen mit Zuordnung zur jeweiligen Lasermethode.]

Alternative Therapien

Offene chirurgische Eingriffe waren früher bei vielen dieser Erkrankungen Standard. Heute ermöglichen Laserbehandlungen oft eine schonendere Alternative – mit weniger Komplikationen und kürzerer Erholungszeit. In seltenen Fällen, z. B. bei sehr großen Tumoren oder fehlender Zugänglichkeit, kann eine klassische Operation jedoch weiterhin notwendig sein.

Vor- und Nachbehandlung

Die meisten Laserbehandlungen werden im Stehen durchgeführt – nur selten ist eine Vollnarkose nötig (z. B. bei Sarkoiden an ungünstiger Stelle). Vor dem Eingriff erfolgt eine gründliche endoskopische Untersuchung und Sedierung. Nach dem Eingriff ist eine Schonung des Patienten für einige Tage notwendig, meist begleitet von entzündungshemmenden Medikamenten und ggf. lokaler Therapie.

[Bildplatzhalter: Ein Bild des Pferdes vor und nach der Behandlung – mit Darstellung der endoskopischen Kontrolle.]

[Ergänzung: Je nach Eingriff ist auch eine Atemruhezeit oder Schonarbeit notwendig, insbesondere bei Eingriffen an Kehlkopf oder Gaumen.]

Prognose und mögliche Komplikationen

Laserchirurgische Eingriffe gelten als sicher und gut steuerbar. Komplikationen sind selten und meist auf lokale Schwellungen im OP-Gebiet beschränkt, die mit Standardmaßnahmen gut beherrscht werden können. Die Prognose ist in vielen Fällen sehr gut – insbesondere bei frühzeitiger Diagnose und passender Indikation.

Technische Ausstattung

Für die Laserchirurgie steht in der Hanseklinik modernste Technik zur Verfügung. Endoskopieeinheiten mit integrierter Laserfasertechnologie ermöglichen präzise, kontrollierte Eingriffe unter Sichtkontrolle. Die Energieeinstellungen lassen sich exakt an das zu behandelnde Gewebe anpassen – ob Schneiden, Koagulieren oder Abtragen.

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