Immunmediierte Keratitis (IMMK)

Die Immunmediierte Keratitis (IMMK) ist eine chronische Erkrankung der Hornhaut beim Pferd, die in den letzten Jahren zunehmend diagnostiziert wird. Sie gehört zu den wichtigsten Ursachen für wiederkehrende Hornhautprobleme und kann die Sehkraft des betroffenen Auges erheblich beeinträchtigen.

IMMK ist eine entzündliche Erkrankung der Hornhaut, die nicht durch Infektionen (z. B. Bakterien oder Pilze) verursacht wird, sondern durch eine fehlgeleitete Reaktion des körpereigenen Immunsystems. Dabei greift das Immunsystem Strukturen der Hornhaut an und löst eine chronische Entzündung aus.

Inhaltsverzeichnis:

Ursachen

Die genauen Auslöser sind noch nicht vollständig erforscht. Man geht davon aus, dass eine Überreaktion des Immunsystems auf eigentlich harmlose Strukturen oder frühere Verletzungen der Hornhaut den Prozess in Gang setzt. Auch genetische Faktoren, UV-Licht-Exposition oder eine gestörte Immunregulation können eine Rolle spielen.

Symptome

Die Anzeichen einer IMMK können schleichend oder in Schüben auftreten. Typische Symptome sind:

  • Trübung der Hornhaut (weißlich oder bläulich)
  • Einwachsen von Blutgefäßen
  • Vermehrter Tränenfluss
  • Augenkneifen
  • Unregelmäßigkeiten der Hornhautoberfläche
  • Mitunter verminderte Sehfähigkeit

Da die Erkrankung nicht immer mit starken Schmerzen verbunden ist, wird sie von Besitzern oft erst spät bemerkt.

Krankheitsverlauf

IMMK verläuft meist chronisch und rezidivierend (immer wiederkehrend). Unbehandelt kann es zu einer fortschreitenden Narbenbildung der Hornhaut kommen, die das Sehvermögen dauerhaft einschränkt. In schweren Fällen kann das Auge vollständig erblinden.

Diagnose

Die Diagnose erfolgt durch eine gründliche augenärztliche Untersuchung. Typische Schritte sind:

  • Spaltlampenuntersuchung der Hornhaut
  • Fluoreszein-Färbung zum Ausschluss von Hornhautdefekten
  • Tonometrie (Messung des Augeninnendrucks)
  • ggf. weitere Spezialuntersuchungen, um infektiöse Ursachen auszuschließen

Die Abgrenzung zu bakteriellen oder mykotischen Hornhautinfektionen ist entscheidend, da die Therapie grundlegend unterschiedlich ist.

Behandlung

Die Behandlung der Immunmediierten Keratitis zielt darauf ab, die fehlgeleitete Entzündungsreaktion zu kontrollieren, Rückfälle zu reduzieren und die Hornhaut so klar wie möglich zu erhalten. Entscheidend ist, infektiöse Ursachen sicher auszuschließen, da eine immunsuppressive Therapie bei Infektionen die Situation deutlich verschlechtern kann.

In der Regel erfolgt die Therapie lokal am Auge und wird individuell an Aktivität und Schweregrad angepasst.


Typische Bausteine sind:

Lokale Entzündungshemmung und Immunmodulation

Je nach Befund kommen entzündungshemmende Augentropfen oder Augensalben zum Einsatz. Häufig werden immunmodulierende Wirkstoffe genutzt, um die Überreaktion des Immunsystems gezielt zu dämpfen und Rezidive zu vermeiden. Die Behandlung dauert oft mehrere Wochen bis Monate und wird schrittweise reduziert.

Begleitende Schutz und Supporttherapie

Tränenersatz und hornhautschützende Präparate können die Oberfläche stabilisieren und die Heilung unterstützen. Bei ausgeprägter Lichtempfindlichkeit oder Reizung wird das Auge zusätzlich geschützt, zum Beispiel durch Managementmaßnahmen im Stall und angepasstes Training.

Therapiekontrolle und Anpassung

IMMK verläuft häufig in Schüben. Regelmäßige augenärztliche Kontrollen sind wichtig, um Aktivität, Hornhautklarheit, Gefäßeinwuchs und Augeninnendruck zu überwachen und die Medikation rechtzeitig anzupassen.

Wenn ein Ulkus oder eine Infektion hinzukommt

Tritt zusätzlich ein Hornhautdefekt auf oder besteht der Verdacht auf bakterielle oder mykotische Beteiligung, muss die Therapie umgestellt werden. Dann stehen intensive lokale antiinfektiöse Maßnahmen und Hornhautschutz im Vordergrund. Immunsuppressive Medikamente werden erst wieder eingesetzt, wenn infektiöse Ursachen sicher ausgeschlossen oder kontrolliert sind.

Chirurgische Optionen bei schweren Verläufen

Bei fortgeschrittenen Veränderungen oder therapieresistenten Verläufen können in Einzelfällen chirurgische Maßnahmen notwendig werden, zum Beispiel zur Stabilisierung der Hornhaut oder zum Schutz tieferer Schichten. Ob dies sinnvoll ist, hängt von Tiefe, Narbenbildung und Risiko für Folgeschäden ab.

Prognose

Die Immunmediierte Keratitis (IMMK) ist eine ernstzunehmende, aber behandelbare Augenerkrankung beim Pferd. Je früher die Diagnose gestellt und eine gezielte Therapie begonnen wird, desto besser können Sehverlust und Folgeschäden verhindert werden. Bei ersten Anzeichen von Hornhauttrübungen oder vermehrtem Tränenfluss sollte daher schnellstmöglich ein Tierarzt oder eine Pferdeklinik mit augenärztlicher Spezialisierung aufgesucht werden.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Woran erkenne ich eine IMMK beim Pferd?

Typisch sind eine weißliche oder bläuliche Hornhauttrübung, Gefäßeinwuchs, vermehrter Tränenfluss und wiederkehrende Schübe. Da Schmerzen nicht immer stark sind, fällt IMMK oft erst spät auf.

Warum ist die Abgrenzung zu Infektionen so wichtig?

IMMK ist nicht infektiös, wird aber ähnlich aussehen wie bakterielle oder mykotische Hornhautentzündungen. Die Therapie unterscheidet sich grundlegend. Eine falsche Behandlung kann den Verlauf deutlich verschlechtern, daher muss eine Infektion zuverlässig ausgeschlossen werden.

Ist IMMK heilbar?

IMMK ist meist chronisch und neigt zu Rückfällen. Mit früher Diagnose, konsequenter Therapie und regelmäßigen Kontrollen lässt sich die Entzündung oft gut kontrollieren und das Sehvermögen bestmöglich erhalten.

Die Immunmediierte Keratitis (IMMK) ist eine chronische Erkrankung der Hornhaut beim Pferd, die in den letzten Jahren zunehmend diagnostiziert wird. Sie gehört zu den wichtigsten Ursachen für wiederkehrende Hornhautprobleme und kann die Sehkraft des betroffenen Auges erheblich beeinträchtigen.

IMMK ist eine entzündliche Erkrankung der Hornhaut, die nicht durch Infektionen (z. B. Bakterien oder Pilze) verursacht wird, sondern durch eine fehlgeleitete Reaktion des körpereigenen Immunsystems. Dabei greift das Immunsystem Strukturen der Hornhaut an und löst eine chronische Entzündung aus.

Häufig gestellte Fragen

Woran erkenne ich eine IMMK beim Pferd?

Typisch sind eine weißliche oder bläuliche Hornhauttrübung, Gefäßeinwuchs, vermehrter Tränenfluss und wiederkehrende Schübe. Da Schmerzen nicht immer stark sind, fällt IMMK oft erst spät auf.

Warum ist die Abgrenzung zu Infektionen so wichtig?

IMMK ist nicht infektiös, wird aber ähnlich aussehen wie bakterielle oder mykotische Hornhautentzündungen. Die Therapie unterscheidet sich grundlegend. Eine falsche Behandlung kann den Verlauf deutlich verschlechtern, daher muss eine Infektion zuverlässig ausgeschlossen werden.

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IMMK ist meist chronisch und neigt zu Rückfällen. Mit früher Diagnose, konsequenter Therapie und regelmäßigen Kontrollen lässt sich die Entzündung oft gut kontrollieren und das Sehvermögen bestmöglich erhalten.

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