Tenoskopie

Sehnenscheiden sind flüssigkeitsgefüllte Hüllen, die bestimmte Sehnen im Pferdekörper umgeben – insbesondere an Stellen, die stark beansprucht werden oder hohem Druck ausgesetzt sind. Sie enthalten Synovialflüssigkeit, die als Schmiermittel wirkt und die reibungslose Bewegung der Sehne innerhalb der Sehnenscheide ermöglicht. Wird diese Struktur krankhaft verändert, kann eine sogenannte Tenoskopie erforderlich sein.

Tenoskopie beim Pferd – Diagnostik und Therapie von Sehnenscheidenerkrankungen

Was ist eine Tenoskopie?

Die Tenoskopie ist eine minimalinvasive Spiegelung der Sehnenscheide, vergleichbar mit einer Arthroskopie im Gelenk. Dabei wird mittels eines kleinen Hautschnitts eine winzige Kamera – das Arthroskop – in die betroffene Sehnenscheide eingeführt. Über einen Monitor kann der Tierarzt die inneren Strukturen der Sehnenscheide direkt beurteilen und je nach Befund gezielt behandeln.

Diese Untersuchung und Operation findet unter Vollnarkose statt. Dabei wird höchste Sorgfalt angewendet, um Risiken – insbesondere in der Aufstehphase – zu minimieren. Die Komplikationsrate während der Narkose liegt bei sehr niedrigen 0,05 %.

Wann wird eine Tenoskopie durchgeführt?

Eine Tenoskopie wird in zwei Situationen eingesetzt:

  • Als diagnostisches Verfahren, wenn unklare Beschwerden aus der Sehnenscheide stammen und bildgebende Verfahren (z. B. Ultraschall) keine eindeutige Diagnose liefern.
  • Als therapeutischer Eingriff, wenn z. B. ein Sehnenschaden innerhalb der Sehnenscheide bereits diagnostiziert wurde und behandelt werden muss.

Häufig betroffene Strukturen

Bei Pferden ist besonders oft die Fesselbeugesehnenscheide betroffen. Häufige Befunde sind Läsionen (Verletzungen) an der tiefen Beugesehne oder an der Manica flexoria, einem bandartigen Strang innerhalb der Sehnenscheide.

Endoskopische Untersuchung der Manica


Der Ablauf der Operation

Über kleine Hautschnitte wird das Arthroskop in die Sehnenscheide eingeführt. Je nach Befund werden zusätzliche Schnitte gesetzt, um Operationsinstrumente einzubringen. Die gesamte Operation erfolgt unter Sichtkontrolle am Monitor, sodass gezielt und schonend gearbeitet werden kann.

Verwendet wird ein moderner Arthroskopie-Turm, der eine präzise Darstellung auch feinster Strukturen ermöglicht.

Nachsorge und Heilungsverlauf

Nach dem Eingriff erfolgt eine engmaschige Wundkontrolle durch regelmäßige Verbandswechsel. In der Regel sind folgende Rehabilitationsschritte vorgesehen:

  • 3 Wochen Boxenruhe
  • Danach 6–8 Wochen kontrollierte Schrittführung mit individuellem Trainingsplan
  • Anschließend erfolgt eine Nachkontrolle, anhand derer entschieden wird, wann das Pferd wieder in normales Training zurückkehren kann

Prognose und Risiken

Die Prognose einer Tenoskopie hängt immer von der genauen Diagnose ab – eine pauschale Einschätzung ist daher nicht möglich. Je nach Ausmaß der Schädigung kann das Ziel eine vollständige Heilung oder eine Verbesserung der Belastbarkeit sein.

Zu den möglichen Komplikationen zählen neben den sehr seltenen Narkoserisiken vor allem Infektionen und Wundheilungsstörungen im Operationsbereich. Durch sterile Bedingungen und sorgfältige Nachsorge werden diese Risiken jedoch so gering wie möglich gehalten.

Sehnenscheiden sind flüssigkeitsgefüllte Hüllen, die bestimmte Sehnen im Pferdekörper umgeben – insbesondere an Stellen, die stark beansprucht werden oder hohem Druck ausgesetzt sind. Sie enthalten Synovialflüssigkeit, die als Schmiermittel wirkt und die reibungslose Bewegung der Sehne innerhalb der Sehnenscheide ermöglicht. Wird diese Struktur krankhaft verändert, kann eine sogenannte Tenoskopie erforderlich sein.

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