Behandlung von Hornhautulcera

Hornhautulcera beim Pferd – Diagnostik und Behandlung

Was sind Hornhautulcera?

Ein Hornhautulcus bezeichnet einen Substanzverlust in der Hornhaut – also der klaren, äußeren Schicht des Auges. Die Oberfläche ist nicht mehr intakt, was zur Reizung, Entzündung und mitunter zu schweren Komplikationen führen kann. Hornhautulcera treten beim Pferd relativ häufig auf und können oberflächlich oder tief, akut oder chronisch, sowie schmerzhaft oder indolent verlaufen.

Ursachen sind häufig bakterielle oder mykotische (pilzbedingte) Infektionen, doch auch sterile Ulcera – z. B. infolge mechanischer Reize oder Immundysregulation – kommen vor.

Wie werden Hornhautulcera behandelt?

Die Therapie richtet sich nach Ursache, Tiefe und Verlauf des Ulcus:

  • Oberflächliche Ulcera werden meist konservativ mit Augensalben, antibiotischen oder antimykotischen Lösungen sowie regelmäßiger Abrasio corneae (sanftes Abschaben nekrotischer Hornhaut) behandelt. Diese erfolgt in der Regel am sedierten Patienten.
  • Tiefere, großflächige oder infizierte Ulcera erfordern häufig eine chirurgische Versorgung. Dabei wird im Rahmen einer Keratektomie erkranktes Hornhautgewebe entfernt und durch eine Bindehautplastik gedeckt. Hierzu wird ein Teil der Konjunktiva (Bindehaut) mobilisiert und auf die betroffene Hornhautstelle genäht, um die Stabilität zu erhöhen und die Heilung durch Gefäßeinwanderung zu fördern.

Vor- und Nachbehandlung

Die Nachsorge ist intensiv: Pferde mit Hornhautulcus benötigen mehrfach tägliche lokale Medikamentengaben über mehrere Tage bis Wochen. Um die empfindliche Augenregion zu entlasten und Manipulationen zu minimieren, wird häufig ein sogenannter Subpalpebralkatheter (Lidkatheter) gelegt. Dieser ermöglicht eine komfortable und sichere Medikamentengabe direkt an das Auge.

Prognose und mögliche Komplikationen

Die Prognose hängt stark von Ausmaß, Ursache und Geschwindigkeit der Behandlung ab. Grundsätzlich ist die Prognose vorsichtig bis gut, insbesondere bei frühzeitig eingeleiteter Therapie. Bei tiefen oder stark infizierten Ulcera besteht jedoch das Risiko schwerer Komplikationen, u. a.:

  • Perforation des Auges
  • Infektionen des inneren Auges (Endophthalmitis)
  • Erblindung
  • Verlust des Augapfels

Technische Ausstattung

Zur Diagnostik und Behandlung von Hornhautulcera stehen in der Hanseklinik modernste ophthalmologische Instrumente zur Verfügung:

  • Spaltlampenmikroskopie zur Untersuchung der Hornhaut in verschiedenen Ebenen
  • Fluoreszein-Färbungen zum Nachweis von Epitheldefekten
  • Subpalpebralkathetersysteme für die Medikation
  • Augen-OP-Instrumentarium für Keratektomien & Bindehautplastiken

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