
Augenerkrankungen bei Pferden sind häufig akut und mit starken Schmerzen verbunden – unbehandelt droht ein Verlust der Sehkraft oder sogar des Auges. In der Hanseklinik für Pferde setzen wir auf modernste Untersuchungsmethoden, chirurgische Präzision und jahrelange Erfahrung. Jährlich führen wir über 1.500 augenheilkundliche Eingriffe durch – bei uns vor Ort oder in Zusammenarbeit mit internationalen Partnerkliniken.
Pferde besitzen ein nahezu monokulares Gesichtsfeld mit einem sehr weiten Sehbereich – das bedeutet, dass bereits kleine Einschränkungen des Sehvermögens gravierende Folgen für Orientierung, Verhalten und Reitbarkeit haben können. Erkrankungen der Augen sind daher nicht nur ein medizinisches, sondern auch ein funktionelles Problem. Die Augenheilkunde ist ein hochspezialisierter Bereich der Pferdemedizin, in dem Erfahrung, Präzision und moderne Technik entscheidend sind.
Augenerkrankungen beim Pferd treten häufig plötzlich und mit deutlichen Symptomen auf. Zu den häufigsten Befunden zählen periodische Augenentzündungen (ERU), Hornhautverletzungen, immunbedingte Entzündungen (IMMK), Tumore im Bereich des Auges sowie Linsentrübungen. Auch kleinere Verletzungen oder Reizungen können unbehandelt schnell zu ernsthaften Komplikationen führen – eine frühzeitige Diagnostik ist daher entscheidend.

Dieses Pferd zeigt einen vermehrten Tränenfluss aufgrund einer periodischen Augenentzündung.

Lidkneifen ist eines der Symptome der Equinen rezidivierenden Uveitis.

Dieses Pferd hat Blut in der vorderen Augenkammer.
Die Hanseklinik deckt das gesamte Spektrum der modernen Augenheilkunde beim Pferd ab – von der präzisen Diagnostik bis zur operativen Versorgung.
Wir beginnen mit einer gründlichen Untersuchung beider Augen mithilfe direkter Beleuchtung, Lupenbrille und Handspaltlampe. So beurteilen wir gezielt Hornhaut, Iris, Linse und Kammerwasser. Die Untersuchung des Augenhintergrunds erfolgt mittels direkter und indirekter Ophthalmoskopie – bei Bedarf nach Pupillenerweiterung. Ergänzend setzen wir auf:
Bei chirurgischem Handlungsbedarf stehen uns verschiedenste minimalinvasive und spezialisierte Verfahren zur Verfügung – oft im Stehen und unter Lokalanästhesie:
Mit diesem umfassenden Spektrum sorgen wir für eine gezielte, schonende und wirkungsvolle Versorgung Ihres Pferdes – immer mit dem Ziel, das Sehvermögen zu erhalten oder wiederherzustellen.
Augenerkrankungen bei Pferden verlaufen oft akut – und bergen ein hohes Risiko für Komplikationen wie Sehverlust oder starke Schmerzen. Umso wichtiger ist eine strukturierte und frühzeitige Untersuchung, wie sie in der Hanseklinik zum Standard gehört.
Die Untersuchung beginnt mit der Erhebung der Anamnese und einer allgemeinen klinischen Untersuchung. Bereits hier lassen sich erste Hinweise auf mögliche Ursachen erkennen – etwa, wenn eine Uveitis im Zusammenhang mit einer systemischen Erkrankung wie einer Sepsis steht.
Im Anschluss folgt eine umfassende ophthalmologische Untersuchung beider Augen. Unter Umgebungslicht werden Lidstellungen, Bindehaut, Hornhaut und umliegende Strukturen inspiziert und abgetastet. Noch vor einer Sedierung überprüfen wir zentrale Reflexe wie Drohgebärde, Pupillenreaktionen und Lidschlussreflexe. Bei Verdacht auf eingeschränktes Sehvermögen erfolgt ein gezielter Sehtest mit Hindernissen.
Für die detaillierte Beurteilung nutzen wir spezielle Beleuchtung, Lupenbrillen und bei Bedarf eine Handspaltlampe, um Strukturen wie Hornhaut, Kammerwasser, Iris und Linse schichtweise darzustellen. Die hinteren Augenabschnitte wie Netzhaut und Sehnervenkopf untersuchen wir mittels direkter und indirekter Ophthalmoskopie – oft nach Pupillenerweiterung.
Je nach Befund ergänzen weiterführende Untersuchungen die Diagnostik:
Unsere Abläufe sind darauf ausgerichtet, schnell, sicher und möglichst stressfrei zu einem klaren Befund zu kommen – damit Ihrem Pferd zeitnah und zielgerichtet geholfen werden kann.

Die Untersuchungen finden in unserem großzügigen Augenraum statt, der vollständig für die Untersuchungen abgedunkelt werden kann und ausreichend Platz für Pferd und Besitzer bietet.

Bei der direkten Ophthalmoskopie kommt ein elektrisches, handgehaltenes Ophthalmoskop zum Einsatz.
Die Augenheilkunde beim Pferd ist eines der Spezialgebiete der Hanseklinik für Pferde. Dr. Stephan Leser ist leitender Arzt und ein anerkannter Spezialist auf diesem Gebiet. Er führt zusammen mit Dr. Kirstin Brandt durchschnittlich rund 1.000 Operationen pro Jahr sowohl in unserer Klinik als auch bei internationalen Partnerkliniken durch. Jeder Eingriff erfolgt minimalinvasiv und mit modernstem Equipment.
Die minimalinvasiven Eingriffe verhelfen den Patienten zu einer schnelleren Genesung bei weniger Schmerzen. Je nach Operationsaufwand und Pferd können einzelne Behandlungen lokal anästhesiert und ohne Vollnarkose stehend erfolgen.
Neben der umfassenden Diagnostik und chirurgischen Versorgung bieten wir spezialisierte Zusatzverfahren wie Phakoemulsifikation bei grauem Star, Lasereingriffe, Kammerwasserpunktionen und Lidrekonstruktionen. So können wir auch komplexe Augenerkrankungen gezielt und schonend behandeln.
Die Vitrektomie ist ein spezialisierter, mikrochirurgischer Eingriff am Auge des Pferdes. Dabei wird der Glaskörper (Vitreus) mithilfe eines sogenannten Vitrektoms unter sterilen Bedingungen zerkleinert, abgesaugt und durch eine sterile Salzlösung ersetzt. Der Eingriff erfolgt über die sogenannte Double-Port-Technik. Ziel ist es, entzündliche oder krankhafte Strukturen aus dem Glaskörperraum zu entfernen, um die Entstehung weiterer Entzündungsschübe zu verhindern und die Sehfähigkeit zu erhalten.
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Die Keratektomie ist ein chirurgischer Eingriff am Auge und beschreibt das Abtragen von erkranktem Hornhautgewebe. Die veränderten Bereiche der Hornhaut werden mit speziellen Instrumenten umschnitten, abgetragen und entfernt. Da die Hornhaut sehr sensibel ist, wird der Eingriff meist in Vollnarkose durchgeführt. Je nach Patient und Krankheitsbild kann der Eingriff auch unter lokaler Anästhesie und Sedierung durchgeführt werden, aber nicht alle Pferde kommen hierfür infrage.
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Eine mature Katarakt, also die vollständige Eintrübung der Linse, auch als grauer Star bezeichnet, kann zu deutlicher Beeinträchtigung des Sehens oder zur vollständigen Blindheit führen. Eine Katarakt kann angeboren oder erworben sein. Bei der Phakoemulsifikation wird das Innere der Linse mittels Ultraschallwellen zerkleinert und entfernt. Teile der äußeren Linsenkapsel bleiben erhalten. Vorher wird im Rahmen einer Augenuntersuchung inkl. Ultraschalluntersuchung geprüft, ob eine Phakoemulsifikation sinnvoll ist.
Der grüne Star, Glaukom, ist eine schmerzhafte Erkrankung und tritt beim Pferd selten als Spätfolge bei periodischer Augenentzündung (equine rezidivierende Uveitis, ERU), nach Trauma oder bei Tumoren im Auge auf. Das Glaukom zeichnet sich durch eine krankhafte Erhöhung des Augeninnendrucks aus. In der Regel kann das durch den Ziliarkörper produzierte Kammerwasser nur teilweise und zu langsam abfließen. Dadurch treten Symptome wie Hornhauttrübung (Ödem), Vergrößerung des Augapfels und schlussendlich Erblindung auf. Die Lasercyclophotokoagulation reduziert die Kammerwasserproduktion, indem mittels Laserenergie der im Augeninneren liegende Ziliarkörper teilweise verödet wird. Dies kann zur Senkung des Augeninnendrucks führen. Der Eingriff ist am stehend-sedierten Pferd unter Lokalanästhesie sowie in Vollnarkose möglich.
Bei der Parazentese wird mithilfe einer sehr feinen Kanüle die vordere Augenkammer punktiert. Eine kleine Menge Kammerwasser kann so entnommen und labordiagnostisch untersucht werden. Hier steht vor allem die Untersuchung auf Leptospiren zur Abklärung einer leptospiren-assoziierten inneren Augenentzündung (equine rezidivierende Uveitis, ERU) im Vordergrund. Mittels Parazentese können auch verschiedene Medikamente in kleinen Mengen in der vorderen Augenkammer platziert werden. Die Parazentese ist in Vollnarkose sowie am stehend-sedierten Pferd unter Lokalanästhesie möglich.
Verschiedene Tumoren können im Bereich der Lider, der Bindehäute oder am und im Auge selbst auftreten. Die Verwendung eines CO2-Lasers zur Entfernung von Tumoren ist eine blutungsarme Methode und kann das Risiko von Rezidiven durch Verödung des Wundbetts reduzieren. Wenn Umfangsvermehrungen bemerkt werden, verbessert schnelles Handeln häufig die Prognose. Die Tumorresektion mittels Laser kann je nach Fall auch mit weiteren lokalen Therapien kombiniert werden.
Eine hintere Synechie, eine krankhafte Verbindung zwischen Iris und Vorderfläche der Linse, entsteht meist bei einer akuten Uveitis. Diese geht häufig mit einem starken Pupillenkrampf einher, der zusammen mit der inneren Augenentzündung zum Anhaften der Iris an der Linsenkapsel und einer dauerhaften Verbindung führt. Durch eine hintere Synechie kann die Pupille unrund und in ihrer Funktion beeinträchtigt werden. Dies kann zur Einschränkung des Visus führen. Für eine Synechiolyse wird die vordere Augenkammer punktiert und die Synechie mit Hyaluronsäure unterspritzt. Mit sehr feinen Instrumenten wird anschließend die Iris angehoben und von der Linsenkapsel abgelöst.
Lidverletzungen sind bei Pferden häufig und sollten in jedem Fall tierärztlich versorgt werden, denn ein adäquater Lidschluss ist für eine ungestörte Hornhautfunktion notwendig. Lidverletzungen können häufig am stehend-sedierten Pferd versorgt werden. Eine genaue Untersuchung der umliegenden Strukturen ist vor allem bei Traumata wichtig und kann auch eine röntgenologische und ultrasonografische Untersuchung umfassen.
Verschiedene Erkrankungen, wie etwa Tumoren an den Lidern oder umfangreiche Verletzungen mit Gewebeverlust, können zum Verlust des Lidrandes führen und einen adäquaten Lidschluss verhindern. Da ein vollständiger Lidschluss für die Funktion des Auges essenziell ist, muss eine stufenlose Wiederherstellung erfolgen. Die Rekonstruktion des Lidrandes wird je nach Fall durch verschiedene chirurgische Techniken umgesetzt und kann unter anderem Verschiebeplastiken, skin graft- Techniken oder Laserchirurgie umfassen.
Die Entfernung des Auges, Bulbusexstirpation, kann unter anderem bei schmerzhaften, blinden Augen oder schweren Erkrankungen des inneren Auges wie etwa Tumoren angezeigt sein. In den meisten Fällen ist der Eingriff am stehend-sedierten Pferd unter Lokal- und Leitungsanästhesie möglich. Nach der Entfernung des Auges werden die Lidränder adaptiert, die Haut sinkt nach und nach in die Augenhöhle ein. Die Pferde erhalten zunächst einen Kopfverband und können nach kurzem Klinikaufenthalt entlassen werden.
Erkrankungen der vorderen Augenkammer werden bei Pferden häufig gesehen und können verschiedene Ursachen haben, wie etwa traumatisch, entzündlich oder tumorös. Bei Entzündungen oder Infektionen können Injektionen in die vordere Augenkammer vorgenommen werden (intracamerale Injektion). Diese lassen sich in den meisten Fällen am stehend-sedierten Patienten durchführen. Iriszysten sind flüssigkeitsgefüllte, pigmentierte Bläschen im Bereich der Traubenkörner oder am Pupillenrand. Häufig stellen sie kein Problem für die Pferde dar, können aber ab einer gewissen Größe zu Sehbeeinträchtigungen sowie Reizungen an der innersten Schicht der Hornhaut (Endothel) führen. In diesen Fällen können sie mittels Punktion und Einsatz von Laserenergie verkleinert und verödet werden. Umfangreichere Operationen in der vorderen Augenkammer werden in Vollnarkose durchgeführt. Dabei werden über einen tunnelförmigen, limbalen Zugang (Übergang von Aderhaut zu Hornhaut) verschiedene Instrumente in der vorderen Augenkammer eingesetzt. Zum Schutz vor dem Kollabieren des Auges und der Schädigung des hinteren Augenabschnittes wird ein Teil des Kammerwassers abgesaugt und durch Hyaluronsäure ersetzt. Mithilfe dieser Technik können auch größere Tumore, wie etwa Irismelanome, entfernt werden. Seltener kommt es zum Auftreten von Fremdkörpern in der vorderen Augenkammer, etwa durch ein Trauma. Auch sie können über einen getunnelten, limbalen Zugang (Übergang von Aderhaut in Hornhaut) mithilfe von Instrumenten entfernt werden.
Durch die Elektroretinographie wird die Funktionsfähigkeit der Netzhaut (Retina) überprüft. Darum ist sie immer angezeigt, wenn die Ursache einer Sehbeeinträchtigung durch Veränderungen im Bereich der Netzhaut vermutet wird oder der Augenhintergrund aufgrund von Trübungen im inneren Auge nicht hinreichend beurteilt werden kann. Beispielsweise ist die Ableitung eines Elektroretinogramms (ERG) sinnvoll bei equiner rezidivierender Uveitis (ERU), Netzhautveränderungen (Retinopathien), kongenitaler stationärer Nachtblindheit (CSNB) oder bei der Unterscheidung zwischen peripherer und zentraler Blindheit. Für die Erstellung eines ERGs wird die Netzhaut mit Lichtblitzen stimuliert. So entstehen elektrische Potenziale, die abgeleitet, gemessen und in einem charakteristischen Kurvenverlauf dargestellt werden können. Die Durchführung erfolgt am stehend-sedierten Pferd.
Wir bitten Sie Termine telefonisch bei uns zu vereinbaren. Am Telefon können wir individuell und direkt die beste Behandlung einplanen.
+49 4282 - 5946 340Bitte beachte unsere gesonderten Besuchszeiten.
Bitte vereinbare einen Besuchstermin im Voraus. Plane etwa 1 Stunde ein und berühre bitte nur dein eigenes Pferd.
Unsere Klinik ist für Notfälle jederzeit für Sie erreichbar und geöffnet. Bitte rufen Sie uns in einem Notfall sofort an.

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