Herz-Kreislauf-Untersuchung

Herzerkrankungen beim Pferd – Diagnostik & Risikoabschätzung für Pferde

Warum sind Herzerkrankungen beim Pferd so relevant?

Beim Pferd haben Herzerkrankungen eine besondere Bedeutung, da es sich bei vielen Patienten um Reit- und Sportpferde handelt. Anders als bei Menschen oder Kleintieren stehen bei Pferden häufig hohe körperliche Belastungen im Fokus.

Eine weiterführende reiterliche Nutzung eines Pferdes mit Herzbefund kann nicht nur die Gesundheit des Tieres gefährden, sondern unter Umständen auch ein Risiko für den Reiter darstellen – etwa bei Kreislaufzusammenbrüchen während der Bewegung.

Wann ist eine Herzuntersuchung notwendig?

Auffälligkeiten am Herzen werden oft zufällig entdeckt – zum Beispiel im Rahmen von:

  • Routineuntersuchungen vor Impfungen
  • Ankaufsuntersuchungen
  • Vorbereitungen auf Sporteinsätze oder Turniere

Besonders häufig fällt ein Herzgeräusch oder eine Herzrhythmusstörung auf. Diese müssen weiter abgeklärt werden, um deren Bedeutung für die Leistungsfähigkeit und das Gesundheitsrisiko des Pferdes zu bewerten.

Wie erfolgt die Herzdiagnostik in der Hanseklinik?

Die weiterführende Diagnostik erfolgt durch eine Kombination aus:

1. Elektrokardiogramm (EKG)

Zur Erfassung von Rhythmusstörungen, wie Vorhofflimmern oder AV-Block.

2. Herzultraschall (Echokardiographie)

Zur Darstellung der Herzklappen, Ventrikelgrößen, Pumpfunktion und möglicher struktureller Veränderungen.

3. Labordiagnostik

Z. B. Blutuntersuchungen zur Erkennung systemischer Begleiterkrankungen, Entzündungsmarker, Elektrolytstatus oder bei Verdacht auf infektiöse Ursachen.

Welche Risiken bestehen für Pferd & Reiter?

Je nach Befund sind individuelle Entscheidungen zu treffen:

  • Kann das Pferd weiter im Sport eingesetzt werden?
  • Welche Reitweise und Belastungsintensität ist noch vertretbar?
  • Besteht ein Risiko für akute Kreislaufprobleme oder sogar einen Kollaps?

Ziel ist es, Risiken zu minimieren, gleichzeitig aber Leistungsfähigkeit zu erhalten, wenn medizinisch möglich.

Vor- und Nachbereitung der Untersuchung

Vorbereitung:

  • Kein besonderes Fasten oder Ruhigstellen nötig
  • Pferd wird im Stand untersucht
  • Untersuchung erfolgt meist ohne Sedation

Nachbesprechung:

  • Auswertung der Ultraschall- und EKG-Daten
  • Besprechung des individuellen Risikoprofils
  • Erstellung eines Therapie- oder Managementplans, ggf. Empfehlung zur weiteren Überwachung

Technische Ausstattung

Die Hanseklinik für Pferde verfügt über moderne Herzdiagnostik:

  • Kabelloses EKG-System für stationäre und mobile Anwendung
  • Hochauflösender Herzultraschall mit Doppler-Funktion
  • Digitale Dokumentation und Vergleichsanalysen bei Kontrolluntersuchungen

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