Periodische Augenentzündung / ERU

Die Equine rezidivierende Uveitis (ERU) ist von sehr großer Bedeutung in der Pferdewelt, weil sie sehr häufig auftritt und die häufigste Ursache der Erblindung beim Pferd ist. Sie wird weiterhin weit verbreitet als „Periodische Augenentzündung“ bezeichnet. Dies liegt vor allem daran, dass bei der klassischen Form immer wieder schmerzhafte Schübe einer inneren Augenentzündung auftreten. Auf diese schmerzhaften Perioden folgen dann Phasen, wo das Auge nicht schmerzhaft ist.  Die wiederkehrenden Entzündungen des inneren Auges aber führen zu fortschreitenden Schädigungen bis hin zur Erblindung und sogar zum Verlust des Auges.

Bei 25 - 30 % aller an einer ERU erkrankten Pferde sind beide Augen betroffen. Eine ERU ist nicht von Pferd zu Pferd übertragbar und stellt somit keine Gefahr für benachbarte Pferde dar.

Inhaltsverzeichnis:

Ursachen

Die ERU kann verschiedene Ursachen haben. So spielen auch Genetik und das Immunsystem eine Rolle.

Forschungen haben jedoch gezeigt, dass die Leptospiren – Bakterien, die in jedem Stall und auf jeder Weide zu finden sind – ein wichtiger verursachender Faktor sind. Leptospiren gelangen besonders durch Urin von Nagetieren in Futter, Wasser oder die Einstreu der Pferde. Gelangen diese Bakterien dann in den Körper des Pferdes, so werden sie normalerweise durch das Immunsystem abgewehrt und stellen keine Gefahr für die Gesundheit dar. Reichen die Abwehrkräfte des Pferdes jedoch nicht aus, um diese Bakterien unschädlich zu machen, können die Leptospiren das Innere des Auges erreichen und sich im Glaskörper ansiedeln. Nach dieser Infektion des inneren Auges vermehren sich die Bakterien, bis es schließlich zur ersten Entzündung kommt. In diesem akuten Schub entstehen Entzündungsprodukte, die nicht mehr aus dem Glaskörper abtransportiert werden können. Leptospiren und Entzündungsprodukte führen zu Trübungen im inneren Auge und schädigen die Strukturen des Organs. Außerdem sind sie dafür verantwortlich, dass weitere Entzündungsschübe ausgelöst werden.

Symptome

Spielt sich die Entzündung im hinteren Augenabschnitt ab, ist die Erkrankung nur wenig schmerzhaft. Dann sind die Symptome einer Augenerkrankung für den Besitzer äußerlich kaum ersichtlich. Vielmehr wird von Schreckhaftigkeit und Wesensänderung berichtet, zumal im fortgeschrittenen Stadium die Sehfähigkeit oft beeinträchtigt ist. Häufiger aber spielt sich die Entzündung im vorderen Bereich des Auges ab. Dort sind viele Nerven vorhanden, so dass die Schmerzen erheblich und für den Besitzer deutlich sichtbar sind. Die Pferde zeigen Lidkneifen, haben vermehrten Tränenfluss und sind lichtempfindlich. Bei genauerer Untersuchung des betroffenen Auges ist oft eine getrübte Hornhaut und eine verengte Pupille zu erkennen. Manchmal findet sich auch fremdes Material (Fibrin, Blut, Entzündungszellen) in der vorderen Augenkammer.

Dieses Pferd zeigt einen vermehrten Tränenfluss aufgrund einer periodischen Augenentzündung.

Lidkneifen ist eines der Symptome der Equinen rezidivierenden Uveitis.

Dieses Pferd hat Blut in der vorderen Augenkammer.

Krankheitsverlauf

Durch wiederkehrende Entzündungsschübe oder eine chronische schleichend verlaufende Entzündung, nehmen die inneren Strukturen des betroffenen Auges zusehends mehr Schaden. Entzündungsprodukte heften sich an die Linse und es entstehen Verklebungen von der Rückseite der Iris mit der Vorderfläche der Linse (Synechien). Dadurch trübt die Linse ein, es entsteht also eine Katarakt (Grauer Star). Die Verklebungen führen außerdem zu einer Deformation der Pupille, die nicht mehr normal arbeiten kann. Die Entzündungsprodukte im inneren Auge verursachen auch eine Trübung von Kammerwasser und Glaskörper. Außerdem wird weniger Kammerwasser produziert, wodurch der Augeninnendruck sinkt und der Augapfel schließlich schrumpft. Im Endstadium kommt es zur Ablösung der Netzhaut und somit zur Erblindung des erkrankten Pferdes.

Diagnose

Eine gründliche Untersuchung ist sehr wichtig, um eine exakte Diagnose stellen zu können und dann die richtige Behandlung schnell und intensiv einleiten zu können. Die Untersuchung beginnt mit dem Erfragen des Vorberichts, denn der Besitzer kann oft wertvolle Informationen liefern.

Nach dem Überprüfen der Reflexe und der Sehfähigkeit, folgt die systematische Inspektion der einzelnen Augenabschnitte. Gute Untersuchungsbedingungen, also eine ruhige und abzudunkelnde Umgebung, sind dabei sehr hilfreich. Zunächst erfolgt die Untersuchung der vorderen Augenabschnitte durch direkte Beleuchtung, wobei eine fokale Lichtquelle eingesetzt wird und die Vergrößerung mit Hilfe von Kopfbandlupe oder Lupenbrille erfolgt. Eine Handspaltlampe ist in der Pferdemedizin gut einsetzbar und ein wichtiges Instrument für die Augenuntersuchung. Die hinteren Augenabschnitte werden dann durch ein Ophthalmoskop betrachtet.

In einigen Fällen sind weiterführende Untersuchungen angezeigt. So liefert die Messung des Augeninnendrucks (Tonometrie) zusätzliche Informationen. Von großer Bedeutung ist der Ultraschall. Er ist immer dann notwendig, wenn die Pupille schmerzbedingt verschlossen ist (Miosis) oder die vorderen Augenabschnitte getrübt sind, sodass man nicht in das Auge hineinsehen kann. Gelegentlich muss auch geklärt werden, ob es sich um eine Leptospireninfektion im inneren Auge handelt. Dafür wird dann vorsichtig etwas Kammerwasser aus der vorderen Augenkammer entnommen. Diese Probe wird eingeschickt und im Speziallabor untersucht.

Zudem ist manchmal fraglich, ob die Netzhaut voll funktionsfähig ist. Bei diesen Patienten ist eine elektroretinografische Untersuchung (ERG) angezeigt. Dabei werden Netzhautsignale aufgezeichnet, die durch Reizung des Auges durch Blitzlichter verursacht werden.

Behandlung

Die akute Augenentzündung muss möglichst schnell behandelt werden, um dem Pferd die Schmerzen zu nehmen und die bleibenden Schäden im Auge zu verhindern bzw. zu minimieren. Dafür wird das Auge intensiv lokal mit Augensalbe und Atropin Augentropfen behandelt. Außerdem bekommt das Pferd entzündungshemmende Medikamente in das Maul eingegeben.

Um weitere Schübe zu verhindern, hat Prof. Gerhards mit dem Humanmediziner Prof. Werry bereits in den Jahren 1989-1991 eine wirkungsvolle Operationsmethodik entwickelt. Bei dieser sog. Vitrektomie wird durch eine intraokulare Operation der infizierte Glaskörper samt Bakterien, Entzündungsprodukten und Trübungen ausgespült. Der Glaskörperraum wird gleichzeitig ohne Druckverlust mit einer speziellen Flüssigkeit (Zusammensetzung sehr ähnlich dem Kammerwasser) aufgefüllt.

Diese Behandlung wird in der Hanseklinik für Pferde über 1.000-mal im Jahr durchgeführt und zählt für die Spezialisten der Ophthalmologie zur absoluten Routine.

Prognose

Ein Pferd, das an einer ERU leidet, kann nichtvon allein wieder genesen. Dank der minimalinvasiven Vitrektomie kann jedoch in 96-98% der Fälle ein endgültiger Stopp der Krankheit und damit der wiederkehrenden schmerzhaften Schübe erreicht werden.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Ist eine ERU ansteckend?

Nein, ERU wird nicht von Pferd zu Pferd übertragen. Darum ist es nicht erforderlich, an ERU erkrankte Pferde zu isolieren.

Kann ich mein Pferd vor der Erkrankung schützen?

Leider gibt es keine Möglichkeit, eine Erkrankung an ERU zu verhindern. Wenn jedoch diese Augenerkrankung vorliegt, muss man schnell und intensiv handeln. Nur so kann man dem Pferd die Schmerzen nehmen und irreversible Schäden des Auges verhindern.

Kann ein Pferd mit der Krankheit leben?

Es sollte unser Ziel sein, jede ERU zu stoppen. Zum einen handelt es sich in den meisten Fällen um eine schmerzhafte Krankheit. Zum anderen kann schnelles und zielgerichtetes Handeln eine Erblindung verhindern.

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